Bilderwettbewerb

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März 2019

Collin Pie

Fotograf, Autist

AUTISMUS ist die Chance,
anders zu sein.

Manuel Koller,
Asperger- Autist,
Gewinner des Bundesrednerwettbewerbs

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Was sind die Ursachen für Autismus?

Es gibt keine wissenschaftlich erwiesene und allgemeingültige Erklärung für die Entstehung von Autismus.

Autismus kann in den unterschiedlichsten Formen vorkommen. Studien zufolge sind mehr als ein Prozent der Bevölkerung von Autismus betroffen. Darüber hinaus gibt es noch die unbekannte Ziffer von Menschen, die keine Diagnose oder auch nur autistische Züge haben.

In einer Studie aus London wurde das Gehirn von einigen Autisten mit einer speziellen Software präzise untersucht. Die Ergebnisse waren erstaunlich: die Trefferquote habe bei 90 Prozent gelegen.

Bei Autisten sind Regionen im Gehirn verändert. Einige Regionen sind vergrößert, andere verkleinert. Dies erklärt auch die enormen Unterschiede in der Ausprägung von Autismus. So können bestimmte Areale verändert sein, die für Kommunikation, Sozialverhalten und der Verarbeitung von Gefühlen beteiligt sind.

Andere Areale wiederrum können zeitgleich sehr stark ausgeprägt sein, wodurch erklärt ist, warum viele autistische Menschen spezielle Begabungen haben. Diese können z.B. in der Informationsverarbeitung liegen (Zahlen/Programmieren/Fremdsprachen...) oder auch in kreativen Bereichen (Schreiben/Malen/Musik...)

Somit ist klar, dass Autismus durch alles verursacht wird, was die Entwicklung des menschlichen Gehirns beeinflusst.

 

Folgende Faktoren können somit- unter anderem- Autismus verursachen:

Genetische Ursachen

Die genetischen Ursachen des Autismus sind komplexer, als bisher angenommen. Es gibt nicht nur einige wenige auslösende Gene, vielmehr wirken viele kleinere Veränderungen im Erbgut eines Kindes zusammen und verursachen so eine Veränderung der Entwicklung.

Nach einer US-Studie werden die meisten dieser Mutationen nicht über die Generationen vererbt, sondern entstehen erst in den Spermien und Eizellen der Eltern oder im Genom des Kindes.

Es gibt nicht den einen Autismus. Viel mehr zahlreiche, ganz unterschiedliche Formen- und auch Ursachen.

Nach einer Studie in Massachusetts ergaben sich nur drei Mutationen, die für sich genommen Autismus auslösen könnten. Doch diese Gene fanden die Forscher nur in weniger als einem Prozent der untersuchten autistischen Kinder. Die Analysen ergaben auch, dass das väterliche Erbgut eine Rolle bei der Entstehung von Autismus spielt. Je älter der Vater bei der Zeugung des Kindes sei, desto höher sei auch das Risiko für die Zeugung eines Kindes mit einer Störung aus dem autistischen Spektrum.

 

Einflüsse der Gehirn-Entwicklung im Mutterleib

Nach einer Studie aus Kalifornien spielen Alter und Gesundheit der Mutter eine Rolle. Ebenso haben Umweltfaktoren, die auf den Verlauf der Schwangerschaft Einfluss nehmen, eine Bedeutung. Es könnten Faktoren wie die Ernährung und eingenommene Medikamente während der Schwangerschaft eine große Rolle spielen.

 

Einflüsse auf die Entwicklung des Gehirns nach der Geburt:

Bei der Geburt liegt nur der Grundbauplan der neuronalen Vernetzung vor. Im Mutterleib, aber verstärkt nach der Geburt beginnt dann die „Feinverschaltung“. Die kritische Phase liegt dabei zwischen dem vierten und achten Lebensmonat. Wer den Schaltkreis, z.B. wegen einer Krankheit, nicht bis zum vierten Lebensjahr verankert hat, kann das Versäumte kaum noch nachholen.

Auch zu späteren Zeitpunkten kann die Funktion des menschlichen Gehirns beeinflusst werden. So können Medikamente/Stoffe die Nerven schädigen. Je mehr anticholinerge Stoffe eingenommen werden, umso höher die Gefahr. Auch die Darmflora hat Einfluss auf sämtliche Aspekte der Gesundheit und ganz besonders auf das Gehirn. Durch eine Forschung wurde gezeigt, dass Mäuse ohne Darmbakterien weniger sozialfähig sind. Die Darmflora kann auch durch z.B. Antibiotika oder Impfungen angegriffen werden.

 

Psychosoziale Faktoren

In den 50er und 60er Jahren gab es die Theorie, Autismus würde durch „Kühlschrankmütter“- also durch fehlende emotionale Wärme- verursacht. Dieser Mythos wurde schließlich durch mehrere angesehene Wissenschaftler ausgelöscht. Denn Eltern, die emotionslos und „kalt“ sind, haben auch NICHT-autistische Kinder. Wohl beeinflussen aber psychosoziale Faktoren, wie eben Nähe, Liebe und Emotionen, die Entwicklung bestimmter Gehirnareale.

Über Autismus

Es gibt nicht DEN Autismus.
Die Öffentlichkeit hat leider oft ein völlig falsches Bild über Autismus, welches von den Medien vermittelt wurde. Deswegen ist die Zeit gekommen, in der die Öffentlichkeit endlich richtig über Autismus aufgeklärt werden muss.
Die gängige Vorstellung von Autismus ist es, dass Autisten in eigener Welt gefangen und ohne Empathie und Emotionen wären. Viele denken, Autisten seien krank- behindert und könnten nicht mal sprechen.
Doch in Wahrheit ist jeder Autist individuell, einzigartig und anders.
Nur ein kleiner Teil der Autisten hat einen verminderten IQ, überwiegend haben Autisten einen normalen IQ und sehr viele Autisten haben sogar einen weit überdurchschnittlich hohen IQ und sind hochbegabt (Alberst Einstein und Leonardo da Vinci sind nur ein kleiner Teil davon).
Nur ein Teil der Autisten fühlt sich tatsächlich behindert im Sinne von fehlenden Fähigkeiten, z.B. kommunizieren zu können.
Ein großer Teil der Autisten wird lediglich durch die fehlende Toleranz und Integration der Gesellschaft behindert. Und genau das muss ein Ende haben. Denn die Gesellschaft muss erkennen, dass es eine traurige Welt wäre, wenn es keine Autisten geben würde. Das Autisten ein wertvoller Teil unserer Gesellschaft sind und auch so behandelt werden müssen. Das die Behinderung durch die Gesellschaft Autisten darin behindert, ihre speziellen Begabungen ausleben und der Gesellschaft zugänglich machen zu können.
Es ist auch ein absolutes Vorurteil zu denken, Autisten hätten keine Gefühle. Jeder Autist ist anders und es gibt sogar sehr viele Autisten, die besonders sensibel sind und eine ausgeprägte Empathie haben- oft weit mehr als ein Nicht-Autist. Wie könnten sonst so viele Autisten auch Künstler sein, was wäre Kunst ohne Gefühl und Herz.
Es gibt auch Autisten, die politisch aktiv sind und öffentliche Reden halten.
Ebenso gibt es Autisten, die tatsächlich gerne Unterstützung darin hätten, sich besser ausdrücken und integrieren zu können.
Jeder Autist ist anders. Nur eines haben alle Autisten gemeinsam: sie sind einzigartig und passen in keine Schublade. Autismus ist die Chance, anders zu sein. Und die Gesellschaft hat den Auftrag dafür zu sorgen, dass jeder Autist diese Chance auch nutzen kann.

 

Hier die bisher gültige medizinische Erklärung

Autismus ist ein Sammelbegriff für verschiedene tiefgreifende Entwicklungsstörungen, die relativ häufig vorkommen.

Fast immer bilden sich die Symptome in den ersten 5 Lebensjahren aus. Leider werden diese aber nicht immer erkannt.

Typisch für Autisten sind Probleme, Beziehungen aufzubauen und die Vermeidung von sozialen Kontakten.

Häufig werden Gefühlsregungen von Mitmenschen nicht richtig gedeutet und fällt es schwer, eigene Gefühle verständlich rüberzubringen.

Ebenfalls sehr typisch für Autismus sind sich wiederholende Verhaltensmuster und ausgeprägte Spezialinteressen.

Einige autistische Menschen haben einen besonders hohen IQ. So wird vermutet, dass Albert Einstein z.B. Asperger-Autist war.

Häufig fallen autistischeKinder auch durch hyperaktives Verhalten auf, welches oft als ADHS verstanden wird.

Doch ist bei Autismus ein hyperaktives teils auch wütendes Verhalten eine Reaktion auf eine Reizüberflutung.

 

Overload (= Überladung, Reizüberflutung):

Viele Reize, denen wir im täglichen Leben ausgesetzt sind, sind für Menschen mit Autismus eine Überforderung.

Andere Menschen, Geräusche von Autos, selbst das Surren einer Mücke können so eine Reizüberflutung verursachen.

Eine solche Überladung kann auch durch zu viel Einwirkungen durch andere Menschen entstehen.

So ist gerade der Besuch einer Schule für autistische Kinder eine enorme Belastung.

Zu viele Fragen von Lehrern oder Eltern können einen Overload begünstigen.

Auch die eigenen Gefühle sind Autisten manchmal zu viel.

 

In diesen Situationen beginnen manche, sich aus der Situation zu befreien.

Sie halten sich z.B. die Ohren zu oder konzentrieren sich ganz auf ihr Smartphone, um alle anderen Eindrücke abzuschalten.

Oft geschieht es auch, dass Autisten dann einfach wegrennen.

Auch das laute Summen, Singen, mit sich selber Sprechen und Schaukeln oder herum Zappeln ist für einige ein Weg, andere Eindrücke auszublenden.

 

Meltdown (= Wutausbruch/Nervenzusammenbruch durch zu viel Druck):

Eine Überreizung kann dazu führen, dass autistische Menschen aggressiv werden, ausfällig werden und einfach völlig „ausflippen“. Manche schreien, schlagen um sich oder ihren Kopf gegen die Wand, werfen mit Gegenständen.

 

Für die Mitmenschen ist es wichtig zu verstehen, dass sie das nicht absichtlich machen oder weil sie Jemanden beleidigen oder verletzen möchten.

Es liegt auch nicht an schlechter Erziehung!!!

 

Es gibt immer einen Grund, einen Auslöser und sie leiden selber darunter, ihre Impulse nicht besser kontrollieren zu können.

Um einen Meltdown zu verhindern, ist es wichtig, einen Rückzugsort zu schaffen. Da jeder Mensch mit Autismus natürlich ein eigenes Individuum ist, gibt es auch für Jeden andere Wege, sich vor einem Meltdown zu schützen.

Wenn eine Bezugsperson dabei ist, kann diese versuchen, zu helfen. Auf die Möglichkeiten dazu wird in einem anderen Artikel noch näher eingegangen.

 

Shutdown (= innerlicher Rückzug):

Ein Overload kann auch zu einem völligen Rückzug der Person führen. Viele Autisten sind dann nicht mehr ansprechbar.

 

Verschiedene Formen von ASS und die Diagnoseschlüssel:

ASS = Autismus Spektrum Störung. Bezeichnet den fließenden Übergang zwischen den verschiedenen Autismus-Formen 

 

Kanner Autismus = frühkindlicher Autismus

Oft ist die Entwicklung bereits in den ersten Lebensmonaten auffällig.

Bei manchen beginnt sie anfangs scheinbar normal und Auffälligkeiten treten erst im zweiten oder dritten Lebensjahr sichtbar auf.

Die beiden internationalen Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM-IV finden folgende übereinstimmende Merkmale:

- Beginn der Erkrankung vor dem dritten Lebensjahr

- Beeinträchtigungen der wechselseitigen sozialen Aktionen

- Beeinträchtigung der Kommunikation

- Stereotype Verhaltensmuster und eingeschränkte Interessen

Im direkten Kontakt zu anderen Mensch ist ein verminderter oder kein Blickkontakt feststellbar.

Autistische Menschen haben Probleme, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Für einige ist es unmöglich, andere zeigen Interesse an sozialen Kontakten, stolpern aber darüber, dass sie anecken und dadurch ausgegrenzt werden.

Für Autisten ist ein geregelter und vorhersehbarer Tagesablauf übermäßig wichtig. Wenn sich etwas nur geringfügig ändert, können sie in starke Angst- und Panikzustände fallen.

Bei Kanner-Autismus ist die Sprachentwicklung auffällig. Ca. 30 % können sich gar nicht lautsprachlich äußern. Die Übrigen haben oft Sprachauffälligkeiten.

Hilfreich ist oft das Schreiben und/oder Übungen mit Tonaufzeichnungen, in denen sie sich selber reflektieren können.

Beim frühkindlichen Autismus wird oft eine geistige Behinderung festgestellt und somit eine geminderte Intelligenz (LFA).

Es gibt aber auch Kanner-Autisten mit einer normalen oder sogar hoher Intelligenz (HFA, AS).

 

Asperger-Autismus

Im Gegensatz zum Kanner-Autismus sind bei Asperger-Autisten erst nach dem dritten Lebensjahr Auffälligkeiten zu erkennen.

Auch Menschen mit Asperger-Syndrom können nur selten und eingeschränkten Blickkontakt halten.

Die Sprachentwicklung ist normal oder sogar besonders gehoben, wobei sie meist Ironie und Metaphern nicht gut verstehen können.

Während Kanner-Autisten in ihrer Motorik keine Auffälligkeiten zeigen, haben Asperger-Autisten häufig Störungen im motorischen Bereich. Sie leiden auch sehr oft unter Koordinationsstörungen, wirken ungeschickt und verletzten sich häufiger bei Unfällen.

Menschen mit Asperger-Syndrom werden nicht als geistig behindert eingestuft. Sie haben eine normale Intelligenz oder sind teilweise auch hochbegabt.

 

Links zum Thema

https://www.google.de/amp/www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/diagnose-technik-hirnscan-verraet-autismus-binnen-15-minuten-a-711302-amp.html

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    Die Wunschengel - Engel gegen Mobbing

    Die Wunschengel Priselda und Carlina bekommen eine Praktikantin, die auch gleich einen neuen Auftrag mitbringt.
    Auf der Erde wünscht sich ein autistisches Mädchen, nicht mehr von ihren Mitschülern geärgert zu werden.
    Leonie wird von gemeinen Kindern gemobbt, weil sie als Autistin anders ist. Manchmal traut sie sich schon nicht mehr, in die Schule zu gehen.
    Die Engel-Praktikantin Quirla und der Zauberstern Sulvar möchten Leonie unbedingt helfen. Nur wie?

     

    Raphael, Autist: 
    Die Autorin erzählt in dieser Geschichte in verständlicher Art und Weise das Thema Mobbing & Autismus und zeigt auf wie wichtig es ist auch mal "anders" sein zu dürfen. Zu dem zeigt sich das "Mobber" nicht immer (nur) Täter sind und es wichtig ist niemanden auszuschließen & vorzuverurteilen. Alles in allem sehr gelungen!

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